ZU DEN KÜNSTLERBÜCHERN UND PAPIERSCHNITTEN
     
  Max Marek beschäftigt sich seit über 10 Jahren mit der Technik des Papierschnitts. Er bevorzugt Messer, Cutter und Skalpell um die unterschiedlichsten Materialien wie Bütten, Pergament und Blindenschriftpapier zu bearbeiten.  
     
  Besonders bei den Künstlerbüchern, es handelt sich hier um inzwischen mehr als einhundert handgeschnittene Unikate, ist das Herausschneiden und Freilegen unterschiedlicher Ebenen innerhalb eines Buches von entscheidender Bedeutung. So wird die gewünschte Tiefenwirkung erzielt. Beim Durchblättern der Künstlerbücher wird der Betrachter von Seite zu Seite immer mehr in einen Mikrokosmos hineingezogen. Diese von Marek dargestellten Welten oder Landschaften des menschlichen Körpers erscheinen wie Querschnitte oder Präparate, wie zum Beispiel im Buch > Schnittmuster <. In dem aus Brailleschriftpapier geschnittenem Buch > Ohren < werden pro Blatt die stetig etwas veränderten Umrisse von jeweils drei Ohren präsentiert. Auch hier dringt man von der ersten bis zur letzten Seite immer tiefer in das Motiv ein, das sich terrassenförmig vor einem öffnet. Es entsteht eine Topographie dieses Sinnesorgans.  
     
  Durch die in das Papier geprägten Punkte der Blindenschrift wird ein Relief erzeugt, das einen zusätzlichen Lichteinfall zwischen den Seiten ermöglicht. Der skulpturale Aspekt wird dadurch verstärkt und das Motiv gewinnt an Plastizität. Der Gesamteindruck dieser Arbeiten wird beeinflusst durch das Verhältnis von aufgebrochenen und geschlossenen, ein- und ausgegrenzten Formen. Die Abwesenheit von hrausgeschnittenem und entferntem Material ist in keiner Technik so präsent wie im Papierschnitt, insbesondere bei den Büchern.  
     
  Beim Stöbern auf Flohmärkten entdeckte Marek für sich ein weiteres Interessengebiet - Andruckbögen lithographischer Schautafeln aus dem Bereich der Tieranatomie. Hier liegt die Betonung auf dem Zerlegen eines gedruckten Bildes und die daraus entstehende Verwandlung. Die zwei auf einem Blatt vereinten Ebenen, Schnitt und Vorlage, bleiben optisch voneinander getrennt. Fast schwebt der menschliche Körper über der ursprünglichen Abbildung, dominiert dabei oft das zerschnittene Tiermotiv. Nur gelegentlich scheinen sich die Organe der Tiere in die menschlichen Silhouetten einzufügen. So bleibt, von Verstrebungen zusammengehalten, jeder in seiner Welt gefangen.  
     
  Wie bei allen hier erwähnten Arbeiten setzt sich Marek auch weiterhin mit der menschlichen Gestalt auseinander und stellt diese Momentaufnahmen des menschlichen Zustandes mit immer neuen Facetten seiner Sichtweise dar.  
     
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